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<title>Phosphorbombe</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Phosphorbombe</span></h1>
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<p>Eine <b>Phosphorbombe</b> enthält ein Gemisch aus weißem <a href="Phosphor" title="Phosphor">Phosphor</a>, <a href="Naphtha" title="Naphtha">Rohbenzin</a> und <a href="Kautschuk" class="mw-redirect" title="Kautschuk">Kautschuk</a> und wird als <a href="Brandbombe" title="Brandbombe">Brandbombe</a> und als <a href="Nebelkampfstoff" title="Nebelkampfstoff">Nebelkampfstoff</a> eingesetzt.<sup id="cite_ref-www.faqs.org.470_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-www.faqs.org.470-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Funktionsweise">Funktionsweise</h2></div>
<p>Weißer Phosphor ist die reaktivste <a href="Allotropie" title="Allotropie">Modifikation</a> des Phosphors. Er entzündet sich bei Kontakt mit <a href="Sauerstoff" title="Sauerstoff">Luftsauerstoff</a> selbst (<a href="Pyrophor" title="Pyrophor">pyrophor</a>) und brennt dann mit einer 1300 <a href="Grad_Celsius" title="Grad Celsius">Grad Celsius</a> heißen Flamme unter starker Entwicklung von weißem Rauch (<a href="Phosphorpentoxid" title="Phosphorpentoxid">Phosphorpentoxid</a>), der gesundheitsschädlich ist. Brennender weißer Phosphor ist durch Wasser löschbar, entzündet sich aber nach der Trocknung von neuem. Daher sollte man zum Löschen brennenden Phosphors auf Sand zurückgreifen.
</p><p>Weitere Waffen mit weißem Phosphor als Wirkstoff waren <a href="Brandkanister" class="mw-redirect" title="Brandkanister">Brandkanister</a> und Brandplättchen. Letztere bestanden aus <a href="Zelluloid" title="Zelluloid">Zelluloidkarten</a>, die mit einem Loch versehen waren. Jeweils zwei Karten wurden mit einem Stück <a href="Gaze" title="Gaze">Gaze</a> dazwischen verklebt. Die Gaze diente als Träger für feuchten weißen Phosphor, der im Lochbereich aufgetragen wurde. Bis zum Abwurf wurden die Brandplättchen feucht gelagert. Sie entzündeten sich, wenn sie nach dem Abwurf getrocknet waren, und dienten dazu, reife Getreideschläge in Brand zu setzen und so die Ernte des Feindes zu vernichten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Auswirkungen_auf_den_Menschen">Auswirkungen auf den Menschen</h2></div>
<p>Neben der Brandwirkung und den schwer heilenden Verletzungen, die ein Hautkontakt schon bei geringen Mengen verursacht, sind weißer Phosphor und seine Dämpfe hochgiftig. Für einen Erwachsenen sind bei direkter Aufnahme schon 50 mg tödlich. Der Tod tritt erst nach 5 bis 10 Tagen ein, die Giftwirkung beruht auf einer Störung der Eiweiß- und Kohlenhydratsynthese. Bei <a href="Dermal" title="Dermal">dermaler</a> Aufnahme, d. h. über die Haut, ist die Gefahr geringer.
</p><p>Eine mit Phosphor in Kontakt gekommene Person wird versuchen, die brennenden Stellen auszuschlagen. Da Phosphor in Brandbomben jedoch mit einer Kautschukgelatine versetzt wird, bleibt die zähflüssige Masse an der bis dahin noch nicht brennenden Hand haften und wird so weiter verteilt. Weißer Phosphor erzeugt in der Regel drittgradige <a href="Verbrennung_(Medizin)" title="Verbrennung (Medizin)">Verbrennungen</a>, zum Teil bis auf den Knochen. Da diese bei einem Angriff meist großflächig sind, sterben Betroffene langsam an ihren Verbrennungen, sofern sie nicht durch Inhalation der giftigen Dämpfe, Verbrennung der Atemwege oder <a href="Intoxikation" class="mw-redirect" title="Intoxikation">Intoxikation</a> zu Tode gekommen sind.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Internationales_Recht">Internationales Recht</h2></div>
<p>Der Einsatz von <a href="Brandwaffe" title="Brandwaffe">Brandwaffen</a> gegen Zivilpersonen bzw. in einer Art und Weise, in der es leicht zu sogenannten „<a href="Kollateralschaden" class="mw-redirect" title="Kollateralschaden">Kollateralschäden</a>“ kommen kann, ist entsprechend dem Verbot von unterschiedslosen Angriffen in den <a href="Genfer_Konventionen#Zusatzprotokolle_von_1977" title="Genfer Konventionen">Zusatzprotokollen von 1977 zu den Genfer Abkommen von 1949</a> verboten, nicht jedoch ihr Einsatz im Allgemeinen.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Israel hat das betreffende Protokoll nicht unterzeichnet, die USA haben es erst 2009 übernommen.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zu US-Einsätzen von Phosphorbomben kam es während des <a href="Irak-Krieg" class="mw-redirect" title="Irak-Krieg">Irak-Kriegs</a>. Israel warf im <a href="Libanonkrieg_2006" title="Libanonkrieg 2006">Libanonkrieg 2006</a> und im Januar 2009 bei der <a href="Operation_Gegossenes_Blei" class="mw-redirect" title="Operation Gegossenes Blei">Operation Gegossenes Blei</a> im Gazastreifen Phosphorbomben ab,<sup id="cite_ref-dw-world-0394490200_4-0" class="reference"><a href="#cite_note-dw-world-0394490200-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-timesonl-5575070_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-timesonl-5575070-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> laut eigener Aussage zur sofortigen Nebelerzeugung.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Umstritten ist, ob Phosphorbomben nicht nur als Brandwaffe, sondern wegen ihrer Giftigkeit auch als <a href="Chemische_Waffe" title="Chemische Waffe">chemische Waffe</a> anzusehen sind; deren Einsatz würde gegen die <a href="Chemiewaffenkonvention" title="Chemiewaffenkonvention">Chemiewaffenkonvention</a> verstoßen.
</p><p>Andere Kritiker sehen in Phosphorbomben einen Verstoß gegen Artikel 35 des ersten Zusatzprotokolls, der „Waffen, Geschosse und Material sowie Methoden der Kriegführung“ verbietet, falls sie „geeignet sind, überflüssige Verletzungen oder unnötige Leiden zu verursachen“ oder „dazu bestimmt sind oder von [ihnen] erwartet werden kann, dass sie ausgedehnte, lang anhaltende und schwere Schäden der natürlichen Umwelt verursachen“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einsatzgeschichte">Einsatzgeschichte</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Phosphorbomben_aus_dem_Zweiten_Weltkrieg">Phosphorbomben aus dem Zweiten Weltkrieg</h3></div>
<p>Die Brand- und Nebelwirkung von weißem Phosphor wurde bereits im <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieg</a> entdeckt und waffentechnisch genutzt. In großem Maßstab wurde weißer Phosphor aber erst im <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkrieg</a> in Brandbomben eingesetzt, beispielsweise in den deutschen Brandbomben <a href="Deutsche_Abwurfmunition_des_Zweiten_Weltkrieges#Brandbombe_(B,_BC)" title="Deutsche Abwurfmunition des Zweiten Weltkrieges">C 50 A und C 250 A</a> oder in den britischen Brandbomben INC 30 lb, bei denen die Brandmasse aus 6,2 kg weißen Phosphor, <a href="Benzol" title="Benzol">Benzol</a>, <a href="Motorenbenzin" title="Motorenbenzin">Benzin</a> und Kautschuk bestand.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der britischen Nebelbombe <i>Bomb Smoke 100 lb</i> (von der Zivilbevölkerung, aber auch von der <a href="Nationalsozialistische_Propaganda" title="Nationalsozialistische Propaganda">NS-Propaganda</a><sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> aufgrund seiner Form „Phosphorkanister“ genannt), dienten deren 40 kg Phosphorlösung selbst als Brandmasse. Die <a href="United_States_Army_Air_Forces" title="United States Army Air Forces">United States Army Air Forces</a> setzten hauptsächlich die rund 45 kg schwere Phosphorbombe vom Typ <a href="AN-M47" title="AN-M47">AN-M47</a> ein. Die <a href="Sowjetunion" title="Sowjetunion">Sowjetunion</a> verwendete die <a href="ASh-2" title="ASh-2">ASh-2</a> mit Phosphor als Brandbombe. Bei Tieffliegerangriffen wurden auch Kampfstoff-Gießbehälter vom Typ VAP 500 mit flüssigen Phosphorlösungen eingesetzt. Beides soll nach <a href="Wolfgang_Thamm_(Feuerwerker)" title="Wolfgang Thamm (Feuerwerker)">Wolfgang Thamm</a> keine große moralische Wirkung auf die deutschen Truppen gehabt haben. Begonnen hat der sowjetische Phosphoreinsatz mit dem Abwurf von pflaumengroßen Phosphorstücken. Es wurden auch Glasröhrchen und Glasflaschen mit 0,5 bis 1,5 Liter Phosphor-Benzin-Gemisch abgeworfen.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<p>Blindgänger derartiger Brandbomben sind auch heute noch eine Gefahr, da der Phosphor sich beim Freilegen von selbst entzündet und zum Beispiel die Ausstoßladung zur Explosion bringt. Bei Fehlwürfen von Phosphorbomben ins Wasser wurde vielfach der Phosphor zwar freigesetzt, entzündet sich allerdings unter Wasser nicht. Erst wenn er zum Beispiel im <a href="Sp%C3%BClsaum" title="Spülsaum">Spülsaum</a> am Strand an die Oberfläche gelangt, kann er sich entzünden. An der Ostsee führt dies zu einem besonderen Problem: Aufgrund seines Aussehens wird der Phosphor oft irrtümlich für <a href="Bernstein" title="Bernstein">Bernstein</a> gehalten. Im Zweiten Weltkrieg wurde die im Norden der <a href="Usedom" title="Usedom">Insel Usedom</a> gelegene <a href="Heeresversuchsanstalt_Peenem%C3%BCnde" title="Heeresversuchsanstalt Peenemünde">Heeresversuchsanstalt Peenemünde</a> mehrfach bombardiert. Bis heute verursachen die Reste dieser Phosphorbomben besonders in den Strandbereichen von <a href="Karlshagen" title="Karlshagen">Karlshagen</a>, <a href="Trassenheide" title="Trassenheide">Trassenheide</a> und <a href="Zinnowitz" title="Zinnowitz">Zinnowitz</a> immer wieder schwere Verbrennungen, wenn sich der vermeintliche Bernstein nach dem Abtrocknen entzündet und die Kleidung der Finder in Brand setzt. Daher wird empfohlen, diese Fundstücke nur mit einer Zange aufzunehmen und nicht am Körper, sondern in einem Glas mit Schraubverschluss zu transportieren.
</p><p>Im März 2017 mussten wegen der Räumung eines Munitionsdepots aus dem Zweiten Weltkrieg mit etwa 10 Tonnen Kampfmitteln, darunter Phosphormunition, im <a href="M%C3%BCnchen" title="München">Münchener</a> Stadtteil <a href="Freimann" title="Freimann">Freimann</a> etwa 200 Menschen evakuiert werden.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Phosphorgranateneinsatz_der_USA_im_Irakkrieg">Phosphorgranateneinsatz der USA im Irakkrieg</h3></div>
<p>Heutzutage wird Weißer Phosphor als Brandstoff und in <a href="Rauchgranate" title="Rauchgranate">Nebelgranaten</a> verwendet, da sich damit schnell große Nebelwände erzeugen lassen. Der italienische Fernsehsender <a href="Rai_News" class="mw-redirect" title="Rai News">RaiNews24</a> deckte im November 2005 auf, dass die USA im zweiten <a href="Irakkrieg" title="Irakkrieg">Irakkrieg</a> Phosphor-Brandwaffen einsetzten. Beispielsweise wurden in <a href="Falludscha" title="Falludscha">Falludscha</a> während der <a href="Operation_Phantom_Fury" title="Operation Phantom Fury">Operation Phantom Fury</a> Aufständische mit WP-Granaten aus geschützten Stellungen getrieben, um sie dann mit anderen Waffen bekämpfen zu können. US-Streitkräfte hätten nach RAI-Angaben in Falludscha zudem eine Art <a href="Napalm" title="Napalm">Napalm</a> und weißen Phosphor gegen Zivilisten eingesetzt. Die Autoren beriefen sich auf Aussagen amerikanischer Soldaten, die Szenen von durch Phosphorgranaten verbrannten Körpern zahlreicher Zivilisten schilderten.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-stern-549762_12-0" class="reference"><a href="#cite_note-stern-549762-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dies wurde vom US-Außenministerium bestritten. Die <a href="United_States_Army" title="United States Army">United States Army</a> leugnete den Einsatz zunächst, gab ihn jedoch später zu. Ein <a href="GI_(Soldat)" title="GI (Soldat)">GI</a> berichtete, er habe Leichen von Phosphorwaffen-Opfern beseitigen müssen. Die USA haben die Zusatzprotokolle von 1977 zu den Genfer Abkommen von 1949, die unterschiedslose Angriffe untersagen, nicht unterzeichnet. Sie rechtfertigen den Einsatz weißen Phosphors damit, dass er nicht als <a href="Chemische_Waffe" title="Chemische Waffe">chemische Waffe</a> auf Grund seiner Giftigkeit verwendet werde, sondern als <a href="Brandmittel" class="mw-redirect" title="Brandmittel">Brandmittel</a> für eine <a href="Konventionelle_Kriegf%C3%BChrung" title="Konventionelle Kriegführung">konventionelle Waffe</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Phosphorbombeneinsatz_Israels">Phosphorbombeneinsatz Israels</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Libanonkrieg_2006">Libanonkrieg 2006</h4></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Libanonkrieg_2006#Phosphorbomben" title="Libanonkrieg 2006">Phosphorbomben im Libanonkrieg 2006</a></i></div>
<p>Wie mittlerweile auch von offizieller Seite bestätigt, setzten die <a href="Israelische_Streitkr%C3%A4fte" class="mw-redirect" title="Israelische Streitkräfte">Israelischen Streitkräfte</a> im <a href="Libanonkrieg_2006" title="Libanonkrieg 2006">Libanonkrieg 2006</a> Phosphorbomben gegen die <a href="Hisbollah" title="Hisbollah">Hisbollah</a> ein.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Auf Grund der Verletzungsmuster vermuteten die Ärzte im Libanon zuerst den Einsatz von Phosphorbomben. Die Untersuchung von Partikeln aus den Wunden ergaben aber ein Gemisch aus Wolfram-Kupfer-Aluminium, was den Einsatz von DIME-Bomben (<a href="Dense_Inert_Metal_Explosive" title="Dense Inert Metal Explosive">Dense Inert Metal Explosive</a>) nahelegt. Das Verletzungsbild ähnelt dem der Phosphorbomben, zusätzlich entsteht aber eine starke gerichtete Impulswirkung.<sup id="cite_ref-globalse-Dense_In_14-0" class="reference"><a href="#cite_note-globalse-Dense_In-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-haaretz-772894_15-0" class="reference"><a href="#cite_note-haaretz-772894-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Operation_Gegossenes_Blei_2009">Operation Gegossenes Blei 2009</h4></div>
<p>Im Zuge der <a href="Operation_Gegossenes_Blei" class="mw-redirect" title="Operation Gegossenes Blei">Operation Gegossenes Blei</a> im <a href="Gazastreifen" title="Gazastreifen">Gazastreifen</a> wurden Artilleriegranaten mit Phosphorfüllung eingesetzt.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die <a href="Israelische_Verteidigungsstreitkr%C3%A4fte" title="Israelische Verteidigungsstreitkräfte">Israelischen Verteidigungsstreitkräfte</a> sollen am 15. Januar 2009 auch das Hauptquartier des Uno-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), sowie eine Uno-Schule im Flüchtlingscamp al-Schati mit Phosphorgranaten beschossen haben;<sup id="cite_ref-SPON-599708_17-0" class="reference"><a href="#cite_note-SPON-599708-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> mehrere tausend Tonnen Lebensmittel und Medikamente wurden vernichtet. Außerdem wurden Berichte über viele Verletzte durch Phosphorgranaten bekannt.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Israel hat wenige Tage später den Einsatz der Phosphorgranaten in Gaza bestätigt.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Krieg_in_Israel_und_Gaza_und_Gefechte_im_Libanon_seit_2023">Krieg in Israel und Gaza und Gefechte im Libanon seit 2023</h4></div>
<p>Die Menschenrechtsorganisationen <a href="Human_Rights_Watch" title="Human Rights Watch">Human Rights Watch</a> und <a href="Amnesty_International" title="Amnesty International">Amnesty International</a> werfen dem israelischen Militär vor, im <a href="Krieg_in_Israel_und_Gaza_seit_2023" title="Krieg in Israel und Gaza seit 2023">Krieg in Israel und Gaza</a> seit Oktober 2023 bei <a href="Israelische_Milit%C3%A4roperation_%E2%80%9EEiserne_Schwerter%E2%80%9C" class="mw-redirect" title="Israelische Militäroperation „Eiserne Schwerter“">Militäroperationen im Gazastreifen</a> und bei <a href="Krieg_in_Israel_und_Gaza_seit_2023#Kämpfe_zwischen_der_libanesischen_Hisbollah_und_Israel" title="Krieg in Israel und Gaza seit 2023">Gefechten im Libanon</a> weißen Phosphor eingesetzt zu haben.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Die_Zeit" title="Die Zeit">Die Zeit</a> berichtet von Bauern im Libanon, die aufgrund der <a href="Toxizit%C3%A4t" title="Toxizität">Toxizität</a> der Substanz ihre Ernte nicht mehr verkaufen könnten.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Nach Angaben von <i>Human Rights Watch</i> sei im Libanon bis April 2024 der Einsatz von Phosphormunition in fünf Siedlungsgebieten nahe der Grenze zu Israel dokumentiert, darunter Kafr Kila, Markaba und Mays al-Jabal.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das israelische Militär nahm gegenüber der Presseagentur <a href="Associated_Press" title="Associated Press">Associated Press</a> Stellung, dass Israel Phosphormunition als Nebelbombe einsetze und keine Zivilisten damit angreife. Zudem sei der Einsatz in dicht besiedelten Gebieten nicht vorgesehen, jedoch bestünden davon gewisse Ausnahmen. Internationales Recht würde eingehalten.<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bürgerkrieg_in_Syrien_und_dem_Irak"><span id="B.C3.BCrgerkrieg_in_Syrien_und_dem_Irak"></span>Bürgerkrieg in Syrien und dem Irak</h3></div>
<p>Laut Berichten von Augenzeugen wurden in <a href="Raqqa" class="mw-redirect" title="Raqqa">Raqqa</a> bei russischen Luftangriffen am 13. November 2015 Phosphorbomben eingesetzt.<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Human_Rights_Watch" title="Human Rights Watch">Human Rights Watch</a> geht aufgrund der Auswertung von Videoaufnahmen zudem davon aus, dass das irakische Militär bei der Befreiung von <a href="Mossul" title="Mossul">Mossul</a> im Sommer 2017 ebenfalls Phosphorbomben eingesetzt hat.<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die <a href="Organisation_f%C3%BCr_das_Verbot_chemischer_Waffen" title="Organisation für das Verbot chemischer Waffen">Organisation für das Verbot chemischer Waffen</a> (OPCW) kündigte in der Folge der türkischen <a href="T%C3%BCrkische_Milit%C3%A4roffensive_in_Nordsyrien_2019" title="Türkische Militäroffensive in Nordsyrien 2019">Militäroffensive in Nordsyrien 2019</a> in <a href="Rojava_(Region)" title="Rojava (Region)">Rojava</a> an, den Vorwurf zu untersuchen, die <a href="T%C3%BCrkische_Streitkr%C3%A4fte" title="Türkische Streitkräfte">türkischen Streitkräfte</a> hätten Phosphorbomben eingesetzt. Der <i>Kurdische <a href="Internationale_Rotkreuz-_und_Rothalbmond-Bewegung" title="Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung">Rote Halbmond</a></i> hatte angegeben, sechs Patienten mit Brandwunden unbekannten Ursprungs zu behandeln. Zunächst konnte die OPCW nicht bestimmen, wie glaubwürdig die Verwürfe seien. Die Vorsitzenden der <a href="Ausw%C3%A4rtiger_Ausschuss" title="Auswärtiger Ausschuss">Auswärtigen Ausschüsse</a> der Parlamente Großbritanniens, Deutschlands, Frankreich der EU und der USA hatten die türkische Offensive als einen Verstoß gegen internationales Recht verurteilt.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Russisch-Ukrainischer_Krieg">Russisch-Ukrainischer Krieg</h3></div>
<p>Die ukrainische Menschenrechtsbeauftragte <a href="Ljudmyla_Denissowa" title="Ljudmyla Denissowa">Ljudmyla Denissowa</a> beschuldigte Russland, am 13. März 2022 in der Ortschaft <a href="Popasna" title="Popasna">Popasna</a> (<a href="Oblast_Luhansk" title="Oblast Luhansk">Oblast Luhansk</a>) bei einem Angriff verbotene Phosphormunition eingesetzt zu haben.<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Am 23. März soll es nach Angaben des Bürgermeisters von <a href="Irpin" title="Irpin">Irpin</a>, Oleksandr Markushyn, auch in Irpin und <a href="Hostomel" title="Hostomel">Hostomel</a> (<a href="Oblast_Kiew" title="Oblast Kiew">Oblast Kiew</a>) zum Einsatz von Phosphorbomben durch die russischen Streitkräfte gekommen sein.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Am 24. März beschuldigte der Gouverneur von Luhansk die russischen Streitkräfte, Phosphorbomben auf <a href="Rubischne" title="Rubischne">Rubischne</a> abgeworfen zu haben.<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Am 15. Mai 2022 warfen russische Streitkräfte Phosphorbomben auf das <a href="Asow_Stahlwerk" class="mw-redirect" title="Asow Stahlwerk">Asow-Stahlwerk</a> in <a href="Mariupol" title="Mariupol">Mariupol</a> ab.<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Ukraine wirft Russland weiterhin vor, am 1. Juli Phosphorbomben auf der Schlangeninsel abgeworfen zu haben.<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Am 27. Januar 2023 beschoss Russland laut dem Gouverneur von Donezk das Dorf <a href="Swaniwka" title="Swaniwka">Swaniwka</a> mit Phosphor-Munition.<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:White_phosphorus_ordnance?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Waffen mit Weißem Phosphor</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Phosphorbombe" class="extiw external" title="wikt:Phosphorbombe">Wiktionary: Phosphorbombe</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.globalsecurity.org/military/systems/munitions/wp.htm">Globalsecurity.org</a> – WP Waffen (englisch)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
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<li id="cite_note-dw-world-0394490200-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-dw-world-0394490200_4-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,3944902,00.html?maca=de-aa-pol-857-rdf"><i>Israel soll Phosphorbomben in Gaza einsetzen.</i></a> In: <i>dw-world.de.</i> 14. Januar 2009,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 3. April 2015</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3APhosphorbombe&rft.title=Israel+soll+Phosphorbomben+in+Gaza+einsetzen&rft.description=Israel+soll+Phosphorbomben+in+Gaza+einsetzen&rft.identifier=http%3A%2F%2Fwww.dw-world.de%2Fdw%2Farticle%2F0%2C%2C3944902%2C00.html%3Fmaca%3Dde-aa-pol-857-rdf&rft.date=2009-01-14&rft.language=de"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-timesonl-5575070-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-timesonl-5575070_5-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20110511023004/http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/middle_east/article5575070.ece"><i>Israel admits using white phosphorous in attacks on Gaza – 24.01.2009.</i></a> In: <i>timesonline.co.uk.</i> Archiviert vom <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r250917974">
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